Chronologie in vier Kapiteln
A Essayistische, literarische Einzel- und Selbstpublikationen, Hörspiele
B Herausgeber, Redaktion
C Ausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen
D Beiträge
E Ereignisse
A 2025 a mit Annelie Lütgens: Fäden, Drähte, Schnüre, Stäbe. Hans Uhlmann und die Zeichnung im Raum von William Hogarth bis Eva Hesse. Hatje Cantz Verlag, Berlin
Der Berliner Bildhauer Hans Uhlmann (1900–1975) war von Oktober 1933 bis Mai 1935 als »Politischer« inhaftiert. Im Gefängnis verfasste er nicht nur ein äußerst lesenswertes Tagebuch, sondern entwickelte Ideen zu Plastiken aus Draht. Nach seiner Entlassung verwirklichte er diese, fotografierte sie und zerstörte die Werke anschließend aus Sorge vor Entdeckung. Die Fotografien haben sich erhalten und bilden hier den Ausgangspunkt für eine Ideengeschichte der Zeichnung im Raum seit dem 18. Jahrhundert und eine Bestandsaufnahme ihrer Realisierungen durch Marcel Duchamp, Julio González oder Alexander Calder. Nach 1945 prägt die Zeichnung im Raum als Eisenplastik, in Kinetik und Konkreter Kunst wesentlich den zeitgenössischen Außenraum, gefolgt von minimalistischen Rauminszenierungen. Beispiele aus jüngster Zeit lassen die Publikation zu einem historischen wie aktuellen Panorama werden.
Covertext
A 2025 b die ekstase der emily dickinson. hörbeispiel. Schweifhefte, Hg. Michael Glasmeier, Christian Schiebe, H.6, Berlin
Poem
C 2025 Beteiligung: Das Kaum und das Bestimmte, Kunsthaus BBK, Braunschweig, 27.6 – 21.7. mit Werken von Helene Appel, Michael Bause, Robert Czolkoss, Steve Luxembourg, Nanne Meyer, Taiyoh Mori, Johannes Regin, Jana Troschke, Theresa Tuffner, Christian Schiebe und Gedichttyposkripten von mir.
Ausstellungskonzeption und -realisation: Christian Schiebe
„In der Ausstellung ,Das Kaum und das Bestimmte‘ wird das Publikum eingeladen, sich dem Kleinen, Fragilen, Ephemeren, Randständigen und Unscheinbaren zuzuwenden. Gezeigt werden künstlerische Positionen, die von Zeichnung, Fotografie und Malerei bis Skulptur reichen. Die gemeinsame Wirkung der ausgewählten und in Beziehung gesetzten Werke lassen sich unter einer Anmutung des Kaum (beziehungsweise dem ,Beinahe-Nichts‘) fassen, eine Denkfigur des französischen Philosophen Vladimir Jankélévitch. Dabei bewegen sich die ausgestellten Arbeiten wechselhaft zwischen zwei Schwebezuständen: dem Noch-Nicht und dem Nicht-Mehr. Beides Aspekte des Werdens. Dafür wird die Wahrnehmung auch auf den Ausstellungsort, das Kunsthaus des BBK-Braunschweig gelenkt. Als Resonanzkörper mit dem So-Sein des hauseigenen Inventars: Fußböden, Wände, Deckenhöhen, Heizkörper, Fußleisten, Jalousien oder einem Blick aus dem Fenster. Dieses Zusammenspiel zwischen Kunstwerk und Raum, hat das Ziel, den Raum still zu machen.
Michael Glasmeier schreibt über das ,Kaum‘, dass unsere Wahrnehmung die Kunst benötigt, (…) nicht nur, um sich selbst zu bestätigen, sondern um an ihren Grenzen ihre wunderbare Feinheit und ihr Differenzierungsvermögen zu beweisen; denn die Wahrnehmung ist aus der Stille und der Leere geboren und führt dahin zurück. Das Kaum ist ihr Mentor.‘ Das Kaum zeigen, bedeutet an die Grenzen der Wahrnehmung und der Bilderwartungen des Publikums zu gehen. Es ist demnach Herausforderung und Wagnis zugleich.
Nun soll dem Publikum nicht erklärt werden, was das Kaum sein könnte. Gesucht wird an dieser Stelle ein poetischer Zugang – es werden Variationen des Kaum ausgestellt, um sich dieser spezifischen Ästhetik des Erscheinens nähern zu können. Dort wo etwas erscheint, verschwindet auch immer etwas. So schreibt Glasmeier weiter: ,(…) Da das Kaum also sich schwer fassen lässt, benötigt es das Bestimmte, um sich zu zeigen. Das Bestimmte kann ein Objekt, ein Wort, eine Handlung sein, welche das Kaum in den Stand der Wahrnehmung erhebt.‘“
Christian Schiebe, Ausstellungstext
D 2025 a JANUAR (1997). In: A K Dolven. AMAZON, Ausst. Kat. The National Museum of Art, Architecture and Design, Oslo, S. 100 – 102, Wiederveröffentlichung meines Textes Seeing Sounds → D 1997 a
D 2025 b mit Annelie Lütgens Übersetzung aus dem Englischen: Steven Guarnaccia, Das Museum für Nichts, Verlag Hatje Cantz, Berlin, illustriertes Kinderbuch
A 2024 Butzmann pfeift Gedichte. Martin Schmitz Verlag, Berlin
„Frieder Butzmanns Video 13 Gedichte gepfiffen wurde erstmals 2022 präsentiert und ist eines der jüngsten Werke des multimedialen Musikers und Komponisten, der seit über fünfzig Jahren als ‚Crachmacheur‘ unterwegs ist. Butzmann macht in dem Video genau das, was der Titel verspricht: Er pfeift poetische Texte von Schwitters bis Jandl, Gryphius bis Hölderlin, Heine bis Tucholsky. Der bei dieser verblüffenden Art der Vertonung fehlende Textinhalt wird zusätzlich zum Pfeifen durch Körpersprache und Mimik interpretiert. Stimmungen, Affekte, Rhythmen finden ihren emphatischen Ausdruck.
Die 13 Gedichte gepfiffen werden dem Kunsthistoriker und Autor Michael Glasmeier Anlass zu literatur-, kunst- und musikhistorischen Abschweifungen, die gleichwohl das Gesamtwerk Butzmanns betreffen. Glasmeiers Beobachtungen gelten dem Pfeifen als Kunstform, den Texten als Notationen, dem barocken Klangreden, Dichterlesungen und körpersprachlichen Ausdruckskräften. Um die 13 Poeten versammeln sich Claudio Monteverdi, Johann Wolfgang von Goethe, Georg Christoph Lichtenberg, Frank Duveneck, René Magritte, Arnold Schönberg, Franz Kafka, Harpo Marx, Karl Valentin, Valeska Gert oder John Cage, um gemeinsam eine Rhetorik des Pfeifens zu besprechen.“
Covertext
www.martin-schmitz-verlag.de/Glasmeier/Buch.html
C 2024 Stiller Humor, Galerie oqbo, Berlin (12.1. – 10.2)
Realisation mit Christian Schiebe
mit Milena Aguilar, Helene Appel, John Baldessari, Heike Kati Barath, Monika Bartholomé, Michael Bause, Michael Behn, Bernhard Johannes Blume, Claus Böhmler, Sandra Boeschenstein, Christian Boltanski, George Brecht, Marcel Broodthaers, Annemarie Burckhardt, Lucius Burckhardt (Abb.), Frieder Butzmann, John Cage, Giuseppe Chiari, Kyung-hwa Choi-ahoi, Marcel Duchamp/Andy Warhol, Marcel van Eeden, Tracey Emin, Harald Falkenhagen, Robert Filliou, Terry Fox, Gilbert & George, Rodney Graham, Hulda Hakon, Gerard Hoffnung, Sibylle Hofter, Dorothy Iannone, Jarosław Kozłowski, Seraphina Lenz, Loriot, Claudia Märzendorfer, Inge Mahn, Nanne Meyer, Katharina Meldner, Jonathan Monk, Horst Münch, M.A. Numminen, Christian Orendt, Julia Oschatz, Osmar Osten, Nam June Paik, Eva von Platen, Sigmar Polke, Alexander Roob, Peter Radelfinger, Dieter Roth, Sebastian Rogler, Matthias Ruthenberg, Niki de Saint Phalle, Norman Sandler, Christian Schiebe, Hank Schmidt in der Beek, Helge Schneider, Henrik Schrat, Norbert Schwontkowski,Sempé, David Shrigley, Jacques Tati, André Thomkins, James Thurber, Andrea Tippel, Roland Topor, Karl Valentin/Ludwig Greiner, Ben Vautier, F.K. Waechter, Emmett Williams, William Wegman, Frank Witzel
„‚Es gibt die verschiedensten Arten des Humors, und es gibt Leute, die keinen haben.‘ Schreibt Michael Glasmeier zu der von ihm inszenierten Wunderkammer. ‚In der Kunst ist der Humor seit der Renaissance eher randständig und neigt vor allem zum Grotesken, zum Capriccio, zur ironischen Überzeichnung oder Albernheit. Unsere Ausstellung widmet sich dem stillen Humor.‘ Es geht um ‚subtile Widersprüche, zurückhaltende Komik, leichtfüßige Witze und Heiterkeit‘; Glasmeier versteht Humor mit Jean Paul als das ‚umgekehrt Erhabene‘. Und so geht es natürlich auch darum, kanonisierte Kunst von ihrem Sockel zu holen. Hank Schmidt in der Beek etwa liefert eine Version von Kasimir Malewitschs berühmtem Schwarzen Quadrat auf ‚Fürst-Pückler-Art‘, die Farben der beliebten Eisspezialität (Vanille, Schokolade, Erdbeere) aufgreifend. Das Erhabene wird aber auch konterkariert, wenn Helene Appel ein Abwaschbecken malt, Claus Böhmler Kalbsleber- und Geflügelwürste darstellt oder Norman Sandler einen Kontoauszug zeichnet – im übrigen ohne bemerkenswerte Kontobewegungen. Bernhard Johannes Blume schreibt ‚Gott‘ auf einen Pappteller, während Jonathan Monks Suche nach Perfektion in einem zu einem Kreis gebogenen Kleiderbügel aus Draht kulminiert.
Eröffnet wird die Ausstellung mit einem ‚Brief an Michael von Loriot, dem der Schüler Michael Glasmeier Zeichnungen geschickt hatte und in dem der wohl konsensfähigste Humorist Deutschlands lapidar erklärt, wie er seine Zeichnungen anfertigt: ‚Du siehst, es ist ziemlich einfach.‘ Auf den Biennalen dieser Welt geht es heute oft so zu, dass noch die dünnste Idee, die ärmlichste Pointe zu Riesenskulpturen aufgeblasen werden. Selbst für die größten Albernheiten aber reicht ein Blatt Papier, wovon man sich in der Galerie oqbo vergewissern kann. […] Dazu werden im Keller Kurzfilme und Filmausschnitte gezeigt: M. A Numminen singt Wittgenstein, Gilbert & George treten als singende Skulptur auf, und der Auftritt John Cages in einer US-amerikanischen Fernsehshow mit seinem ‚Water Walk‘ beweist, dass man sich seiner Musik nicht mit Ehrfurcht nähern sollte. Das Ideal subversiven Humors findet Michael Glasmeier bei Christian Morgenstern, der Witze imaginiert, die ihre Wirkung erst Stunden später entfalten und einen nachts plötzlich aufwachen lassen. Wer sich in Berlin mit so vielen Facetten ‚stillen Humors‘ konfrontiert, ist davor nicht gefeit.“
Rez.: Florian Neuner, Junge Welt, 31.1.2024
Ausstellungsansichten: www.oqbo.de/bild/2024_stiller_humor.php
D 2024 a Kurzfristige Anwesenheit / Short-term Presence. In: absent – present. Terry Fox erinnern. Hg. Marita Loosen-Fox, Florian Neuner, Textem Campo, Hamburg, dt./engl., S.67 – 69, 137 –139
Gekürzte Fassung meiner Eröffnungsrede zur Ausstellung Locus Solus von Terry Fox, Barkenhoff / Heinrich-Vogeler Museum, Worpswede am 13.8.2011. Langfassung → A 2016
„Ein Moment lässt sich erinnern, wiederholbar ist er nicht – das Ephemere ist ein zentrales Merkmal der situativen Kunst von Terry Fox. In den Katalogen des Künstlers finden sich zahlreiche, vom ihm selbst verfasste präzise Beschreibungen und Erinnerungsskizzen zu seinen temporären Werken. Das Buch absent – present TERRY FOX erinnern versammelt erstmalig Berichte und Reflexionen aus der Zuschauerperspektive – von Menschen, die seine an Ort und Zeit gebundenen Aktionen, Performances, Installationen persönlich erlebt haben. Im Zusammenklang zeichnen sie das Portrait eines Künstlers, der mit seiner besonderen Präsenz das künstlerische Geschehen prägte und etwas im Augenblick entstehen ließ, das nicht reproduziert oder nachgespielt werden kann.
Die weitgehend ohne Abbildungen arbeitende Textsammlung über einen bildenden Künstler durchbricht die moderne Fixiertheit auf das Bild bewusst und eröffnet eine Chance, anders über dieses Werk und seine Wirkung nachzudenken. Im Kontext der aktuellen kunstwissenschaftichen Diskussion zur historischen Wahrung und Archivierung ephemerer Kunst möchte die Publikation einen inspirierenden Beitrag leisten.“
Verlagsankündigung
textem-verlag.de/textem/theorie/campo/549
D 2024 b Visuelle Poesie: Denkbilder. In: IDIOME. Hefte für Neue Prosa, Nr. 17, 2014, S. 114 – 118
Das Konvolut der Denkbilder (auf Basis von in Zeitschriften gefundenen Zahlenbilddiagrammen) entstand 1977. Einige davon wurden in der Zeitschrift Volksfoto publiziert → D 1977 c.
E 2024 a Heftvorstellung: Claudia Märzendorfer. PS, Schweifheft 1, Hg. von Christian Schiebe und mir. Ein Abend in der Märzendorfer-Ausstellung „PS“, NKW Neuer Kunstverein Wien, 9.11.
E 2024 b Gespräch: „Frieder Butzmann: 13 Gedichte gepfiffen“, mit Florian Neuner (Moderation) und Butzmann, MAERZ – Vereinigung von Künstlerinnen und Künstlern, maerz sprachkunst, Linz, 8.11.
A 2023 a mit Claudia Märzendorfer: smashed to pieces … Eine Klavierzerlegung / A Piano Dismanting. Hg. Carsten Seiffarth, singuhr – projekte, Berlin; Textem Campo, Hamburg, dt./eng., Übersetzungen von Julia Schweizer und Gerrit Jackson, 176 S.
In ihrem Videofilm smashed to pieces … (2018) zeigt die Wiener Künstlerin Claudia Märzendorfer die Zerlegung eines Klaviers in einem konzentrierten Live-Act, an dem acht Personen, Werkzeuge, ein Gewehr und ein Motorrad beteiligt sind. Im Gegensatz zu den zahlreichen Klavierzerstörungen – ein seit dem 19. Jahrhundert spezielles Sujet von Comedy bis zur Wiener Gruppe oder Fluxus – führt bei Märzendorfer der destruktive Akt zu stets neuen starken und überraschenden Bildfindungen und Tableaus. Durch die 1:1 Projektion auf den Boden wird es dem Publikum zudem möglich, das Geschehen quasi abstandslos zu verfolgen. Der von Märzendorfer in den Wiener Prater Ateliers aufgenomme Film wurde 2018 zum ersten Mal anlässlich ihrer von singuhr – projekte veranstalteten Einzelausstellung de-composition im Meinblau Projektraum in Berlin gezeigt. Die Publikation präsentiert Märzendorfers Film als Daumenkino in direkter Nachbarschaft zu meinem kunsthistorischen Essay. Das Buch markiert den Versuch, Kunstwerk und Bilddenken, Filmzeit und Lesezeit, Gegenwart und Geistesgeschichte in unmittelbaren Nachbarschaften zu reflektieren.
claudiamaerzendorfer.com/de/
www.textem-verlag.de/textem/theorie/campo/535
A 2023 b Hörspiel mit Frieder Butzmann: Pontormos Sintflut. Ein Hörspiel aus dem Manierismus. Deutschlandradio Kultur, 5. November, Wiederholung vom 7. September 2014, → A 2014
B 2023 mit Katrin Seemann: Drei Hubwagen und ein Blatt Papier. René Block. Editionen 1966 – 2022. Schirmer/Mosel, München, 351 S.
Die Publikation begleitet die gleichnamige Ausstellungen 2023 im Neuen Museum, Nürnberg und 2024 im Schloss Moyland, Museum Kurhaus Kleve und Museum Goch.
Die Publikation startet mit dem kunsthistorischen Essay von Hubertus Butin zur Geschichte und Konzeption der Editionen, dem ein opulenter Bildteil mit Abbildungen aller 112 Editionen folgt. Zentral dann das abschließende und kommentierte Werkverzeichnis, er- und bearbeitet von Birgit Eusterschulte, Eva Scharrer und Katrin Seemann. Ein Gespräch mit Block öffnet zusätzlich den Blick auf jene Editionen, die anlässlich der von ihm verantworteten Ausstellungen und Biennalen in aller Welt aufgelegt wurden. Ein Nachwort von Katrin Seemann beschließt den Prachtband. Ich schreibe in meinem Beitrag Material und Dauer. Schallplatten und andere akustische Werke der Edition Block u.a. zur Musik von Joseph Beuys, Claus Böhmler, KP Brehmer, John Cage, Henning Christiansen, Philip Corner, Marcel Duchamp, Bill Fontana, Gerhard Rühm, Nam June Paik, Konrad Schnitzler, David Tudor, Ivan Wyschnegradsky. Zudem findet sich in der Publikation erneut mein Text zu Claus Böhmlers Schallplatte „Materialien zur Postmoderne in Bild und Ton“ aus dem Jahr 1986, S. 264 (→ D 1986 g).
„Was beeinflußt von Fluxus und kapitalistischem Realismus 1964 in René Blocks Berliner Galerie begann, hat aus größtem Enthusiasmus eine einzigartige Kunstgeschichte ausgebildet, die sich über Jahrzehnte und allen neusten Moden hinweg in Opposition zum Kunstmarkt formulierte und mit Witz, Ideenreichtum, anarchischer Frechheit und Unbekümmertheit und von Beginn an ökonomisch und ökologisch auf die Mobilisierung des Denkens setzte. Für unsere Jetztzeit, in der die Kunst verpflichtet ist, sprachlich und moralisch einwandfrei zu sein, ließe sich mit dieser Publikation die Utopie einer Überwindung all’ der instagram-kompatiblen Konsensausstellungen entwickeln, zumal Utopien den Humus der Geschichte und Archive benötigen, um zu erblühen. Ein Anfang ist gemacht.“
Aus meiner Begrüßungsrede anlässlich der Buchvorstellung am 29.9. in den Ausstellungsräumen der Edition Block (→ E 2023).
D 2023 a Im Konzertraum der Dinge. Ein Stromern durch David Tudors Regenwald. In: Modular Music. singuhr projekte 2022. Hg. Carsten Seiffarth, Markus Steffens. singuhr-editions, Berlin, Kassette, Beiheft 3: David Tudor. Rainforest IV., dt./engl., S. 6–12
Tudors Neuinszenierung seines elektroakustischen Environments „Rainforest“, das ich schon 1980 in der Berliner Akademie der Künste anlässlich der Ausstellung „Für Augen und Ohren“ erleben durfte, ein für mich damals wie heute absolut faszinierendes Ereignis.
www.youtube.com/watch?v=vj1WTsEPcG0
www.youtube.com/watch?v=Qu_M-HkLkfM
D 2023 b Buch Handlung Welt. 1976–1983. Bettina Sefkow im Gespräch mit Jan-Frederik Bandel, Michael Glasmeier und Nora Sdun. In: Buch Handlung Welt Bücher, ein ARCHIV Hilka Nordhausen-Projekt. Hg. Bettina Sefkow und Fabian Reimann, Textem Verlag, Hamburg, S. 17–29
Zur legendären Hamburger Buch Handlung Welt.
www.textem-verlag.de/textem/kunst/529
D 2023 c Peter Radelfinger Aah…Aha ! gressions. In: Antoine Simon & Amiamies: ACCOLADE, L’ARBRE À PAROLES pour la présente édition. Amay (B), S. 124 f.
Kurzer Ausschnitt meines Textes in A 2022.
E 2023 a Begrüßung: „Florian Ilies im Gespräch mit René Block“ anlässlich der Buchvorstellung eines kommentierten Werkverzeichnisses der Edition Block (→ B 2023), Edition Block. Berlin, 29.9.
E 2023 b Gespräch mit Sandra Boeschenstein und Dorothea Schöne über Ateliers und andere Möglichkeitsräume in der Ausstellung „Erich Buchholz. Die Kunstgeschichte ist eine einzige Fälschung“, Kunsthaus Dahlem, Berlin, 23.3., zudem präsentierte Boeschenstein eine zeichnerische Intervention im Ausstellungsraum.
A 2022 mit Peter Radelfinger: Aah…Aha! Albumatlas. Jungle Books, St. Gallen, dt./engl./frz., 194 S.
In der Publikation versammeln sich auf den Buchseiten konstelliert 1562 Arbeiten aus Radelfingers Bildrecherche Aah … Aha! im Kleinformat 5.8 x 4.1 cm. Im zweiten Teil reflektiert mein Text Aah … Aha!gressionen künstlerische Strategien der Beweglichkeit (Gression), Abschweifung, Beobachtung oder des Zeigens. Künstlerische und wissenschaftliche Praxis erhellen sich gegenseitig, Reihungen und Verkettungen lassen eine sich stets erneuernde Produktionskraft des Möglichen zum Ereignis werden.
www.jungle-books.com/product/aah
www.radelfinger.com
D 2022 a Von der schönen Jedesmaligkeit. In: Grimms Märchen. Gesamtausgabe in fünf Bänden. Bilder von Henrik Schrat, Band 3, Textem Verlag Hamburg, S. 245–255
Zur Geschichte der Märchenillustrationen seit ihren Anfängen in der Berliner Romantik und den Besonderheiten der neuen von Schrat.
grimmschrat.de
henrikschrat.de
D 2022 b „Weinen, Klagen, Sorgen, Zagen“. Annotationen zum Lamento in der europäischen Barockmusik. In: Trauern. Vom persönlichen Verlust und politischer Veränderung. Hg. Brigitte Kölle, Verlag Klaus Wagenbach, Berlin, S. 78–85, mit Diskografie.
www.wagenbach.de/buecher/titel/1351-trauern.html
D 2022 c Die Gabe des Komikers. In: Christian Boltanski. Tode zum Lachen. Die Schenkung Valentin-Karlstadt-Musäum. Hg. Sabine Rinberger, Verlag Antje Kunstmann, München, S. 24–31
Der Text besteht aus zwei Teilen, dem Wiederabdruck des Textes … wo er an Buam gar net kennt … aus → C 1993 und einer längeren Vorbemerkung fast dreißig Jahre später.
www.valentin-karlstadt-musaeum.de/sammlung-online/alben/album/schenkung-boltanski?csrt=2853874085013659116
D 2022 d mit Annelie Lütgens: „Ideen drücken gegen die Wände“. Hans Uhlmanns Wort-, Zeichnungs-, Drahtpoesie. In: Hans Uhlmann: Tagebücher aus der Gefängniszeit 1933 – 1935. Hg. Dorothea Schöne und Carmela Thiele, Verlag Hatje Cantz, Berlin, S. 296–306
Uhlmanns Entwicklung der Drahtplastiken, bzw. Zeichnungen im Raum während seiner Gefängniszeit in Berlin-Tegel (Verdacht auf Vorbereitung zum Hochverrat). Absolut bemerkenswert sind Uhlmanns feine Beobachtungsgabe und seine intensive Auseinandersetzung mit französischer Literatur, siehe auch → A 2025 a
www.hatjecantz.de/hans-uhlmann-8213-0.html
Rez.: www.tagesspiegel.de/kultur/gitterstabe-zu-skulpturen-4323709.html
D 2022 e mit Annelie Lütgens: Die Künstlerin ist im Bild. In: Martina Kügler. The Rooms Looks Rather Empty. Ausst.-Kat. Galerie Mountains, Berlin, dt./eng., unpag.
www.martina-kuegler.de/biographie.html
D 2022 f Rede zum 75. Geburtstag von Ernst Otto Glasmeier am 16. September 1996. In: Alexandra Apfelbaum: Ernst Otto Glasmeier. Architektur, Kunst, Politik. av edition, Stuttgart, S. 166–169
www.avedition.de/ernst-otto-glasmeier-architektur.-kunst.-politik./978-3-89986-374-1
de.wikipedia.org/wiki/Ernst_Otto_Glasmeier
D 2022 g [Email-Interview]. In: Swiss Artist’s Books. Hg. Susanne Bieri, Verlag der Buchhandlung Walther und Franz König, dt./engl./frz., S. 145–147
Fragen zum Medium Künstlerbuch.
E 2022 Buchvorstellung: Gespräch mit Peter Radelfinger und Reto Sorg zur Publikation Aah…Aha! Albumatlas (→ A 2022), Robert Walser Zentrum, Bern, 24.11.
Text: jungle.world/artikel/2020/52/kaminkehrer-bei-nacht
B 2021 Nora Schattauer. Werkverzeichnis der Künstlerbücher 1991 – 2020. Verlag der Buchhandlung Walther und Franz König, Köln, 172 S.
Vorwort Gefasste Form zu diesen Naturkunden in Unikat-Büchern und bearbeitete Textfassung meines Vortrags Handlung und Materie, der am 11.9.2008 im Studienzentrum für Künstlerpublikationen Bremen gehalten wurde. Der Vortrag liegt in kompletter Länge und mit Fotos aus der Ausstellung auch als Selbstpublikation der Künstlerin auch in einer kleinen Auflage vor (2008).
www.nora-schattauer.de
D 2021 a Ansichten vom dösenden Ohr. Abschweifungen zu Hans Baldung und Terry Fox. In: Zeitschrift für Ideengeschichte. Heft XV/4, 2021, S. 69–84
D 2021 b Laudatio und Konstellationen. Dieter Roth 1953 und 1994. In: Thomas Eder, Florian Neuner (Hg.): Dieter Roth. Zum literarischen Werk des Künstlerdichters. Edition text + kritik, München, S.19–31
Text zu meiner Laudatio 1994 in der Berliner Akademie der Künste (→ A 2000) und zu einer der ersten Bild-Text-Veröffentlichungen Roths in der Zeitschrift „spirale“.
www.etk-muenchen.de/search/Details.aspx?SeriesID=RH292&ISBN=9783967074963
A 2020 a Sichtagitation Briefmarke. KP Brehmer – Aby Warburg. Textem Verlag, Hamburg, 144 S.
Aby Warburg: „Wenn alle Documente verloren, genügt ein vollständiges Markenalbum zur Total-Reconstruction der Weltkultur im technischen Zeitalter.“ KP Brehmer: „Sozusagen durch ideologische Kleptomanie müssen wir in die bürgerliche Kultur eingreifen, indem der Wert des persönlichen Eigentums, der der künstlerischen Schöpfung innewohnt, gemindert wird.“
www.textem.de/briefmarke-brehmer-warburg.html
A 2020 b Das Meer von der Küste aus gesehen. The Sea as seen from the Shore. The Schwimmer/12, Edition Schwimmer, Berlin, dt./engl., 26 S., unpag.
Fotografisches Poem.
www.buero-schwimmer.de/monatshefte/TheSchwimmer_12.htm
B 2020 Kyung-hwa Choi-ahoi. Vom Hamburg nach Wien und zurück. Tag-Buch-Zeichnung, 1999 und 2000. Textem Verlag, Hamburg, 216 S.
Tagebücher einer Kunststudentin in Bild und Schrift; ethnologische Studien zu künstlerischen Findungsprozessen, zum Biotop der Kunsthochschulen und zu deutschen bzw. österreichischen Lebensweisen. Mit Glossar, Farbabbildungen und meinem Nachwort Und es ist die Zeit, die Zeit.
textem-verlag.de/textem/theorie/campo/465
www.kyunghwachoiahoi.com/
C 2020 mit Christian Schiebe: … AUSSER VIELLEICHT EINE KONSTELLATION
Hommage à Giandomenico Tiepolo, Galerie oqbo, Berlin (7.8. – 12.9.)
mit Milena Aguilar, Helene Appel, Francis Alÿs, Monika Bartholomé, Bernhard Johannes Blume, Bettina Blohm, Claus Böhmler, Sandra Boeschenstein, Christian Boltanski, George Brecht, Stanley Brouwn, Winfried Bullinger, Frieder Butzmann, Kyung-hwa Choi-ahoi, Philip Corner, Marcel van Eeden, Robert Filliou, Harald Falkenhagen, Friederike Feldmann, Terry Fox, Yves Gevaert, Hulda Hakon, Sibylle Hofter, Dorothy Iannone, Jarosław Kozłowski, Simon Lewis, Monika Maurer-Morgenstern, Nanne Meyer, Katharina Meldner, Sofie Bird Møller, Sener Özmen und Erkan Özgen, Jutta Person, Christian Pilz, Peter Radelfinger, Alexander Roob, Matthias Ruthenberg, Christian Schiebe, Nora Schattauer, Rrose Sélavy, Giandomenico Tiepolo, Nikos Valsamakis, Amy Vogel, Aby Warburg, Emmett Williams
„Zum 250sten Todestag des venezianischen Barockmalers Giambattista Tiepolo (1696 – 1770) zeigen wir die Grafikserie ‚Flucht nach Ägypten’ seines Sohnes Giandomenico Tiepolo (1727 – 1804), auf die sich der Vater in stillen Bildern am Ende seines Lebens ebenso direkt beziehen wird wie einige Künstlerinnen und Künstler in dieser Ausstellung [zu Tiepolos Zyklus → A 2019]. Darüber hinaus haben wir Werke ausgewählt, die im Zusammenhang mit dieser 27teiligen Bildergeschichte eine neue Wirkung entfalten. Dabei sind drei Kategorien interessant: das inhaltliche Thema der Flucht natürlich, also das Labyrinthische im Globalen; dann das formale des Erzählerischen, der Sequenz, und schließlich das Nachdenken über das Grafische, Zeichnerische, den Strich, die Form, die Poesie.
Gerade Tiepolos feine, humane und manchmal humorvolle Darstellung der ‚Flucht nach Ägypten’, die von Blatt zu Blatt unsere Neugier neu entfacht, könnte mit der Begegnung alter und neuer Kunst den Raum der Anschauung öffnen und die Konstellationen beweglich werden lassen.“
Rez.: Urszula Usakowska-Wolff in „art in Berlin“,
www.art-in-berlin.de/incbmeld.php?id=5477
Film: Ausstellungsrundgang und Besuch bei Frau Dr. Korbacher im Berliner Kupferstichkabinett, Film von Christian Bilger:
vimeo.com/472773806
www.oqbo.de
D 2020 a Alchemie des Selbst. Geschichten zu Dorothy Iannones (TA)ROT PACK. In: The Köln Concert. Dorothy Iannone & Juliette Blightman. Ausst.-Kat. Kölnischer Kunstverein, Vleeshal Center for Contemporary Art, dt./engl., unpag.
Ausstellungsrez.: Annelie Pohlen in Kunstforum international 272, 2020
D 2020 b Oh Terror and Astonishment – Vom psychedelischen Futurismus zum barocken Jux. In: Frieder Butzmann: Wunderschöne Rückkoppelungen. Martin Schmitz Verlag, S. 286 – 293
Gespräch mit dem Musiker und Komponisten Frieder Butzmann über Georg Friedrich Händel, Barock und das gemeinsame Hörspiel Pontormos Sintflut → A 2014.
Wunderschöne Rückkopplungen 2:
www.youtube.com/watch?v=R8wYl1wznbs
D 2020 c Anekdoten vom Kaum – Skizze zu einer Geschichte des Geräuschs. In: Sound and Silence. Der Klang der Stille in der Kunst der Gegenwart. Hg. Volker Adolphs und Stefan Berg, Ausst.-Kat. Kunstmuseum Bonn, Wienand Verlag, Köln, dt./engl., S. 192–202
Zu John Cage und Fluxus. Coronabedingt fand die dazu gehörige Ausstellung erst von Mai bis September 2021 statt.
D 2020 d Geräusche im Museum. In: Can You Hear Me Knocking. Über den Klang in der Kunst. Hg. Museum Folkwang, Textem Verlag, Hamburg, S. 101–111
Materialien des gleichnamigen Symposiums im Folkwang Museum Essen (24.5.2019). Mein Beitrag handelt vornehmlich von Vermeers „Junge Dame mit Perlenhalsband“, den im Bild imaginierten und den tatsächlichen Geräuschen in der Gemäldegalerie Berlin.
D 2020 e [Ohne Titel]. In: Claus Böhmler. record archive on videotape. Edition Block, Berlin, Beiheft in Kassette zur CD-Edition.
Das 1987 entstandene Werk wurde erstmalig in der Ausstellung Broken Music (→ C 1988 a) gezeigt und dann als Einzelpräsentation in meiner Podewil-Ausstellungsreihe en passant → C 1994 e.
D 2020 f Kaminkehrer bei Nacht. Wahrlachen als Form der philosophischen Erkenntnis. In: Jungle World 52-53, 2020, Beilage DSCHUNGEL S. 14–17
Zu Karl Valentin und Roland Topor.
Text: jungle.world/artikel/2020/52/kaminkehrer-bei-nacht
E 2020 a Vortrag: Die Flucht nach Ägypten. Vater und Sohn Tiepolo variieren ein Thema. Graphische Gesellschaft Berlin, Kupferstichkabinett, 15.1., → A 2019
E 2020 b Barock-DJ: Leidenschaft, Lamento und Ostinato. Kunsthalle Hamburg 14.5., anlässlich der Ausstellung “Trauern”. Das Konzert ist ausgefallen: Corona.
E 2020 c Vortrag zu Briefmarken, KP Brehmer und Aby Warburg auf Einladung des Textem Verlags im Museum für Kunst und Gewerbe, Hamburg, 12.12, → A 2020 a
A 2019 Die Flucht nach Ägypten. Vater und Sohn Tiepolo variieren ein Thema. Piet Meyer Verlag, Bern, Wien, 130 S.
Kunsthistorische Einordnung, ausführliche Beschreibung und Abbildung aller 27 Radierungen der kinematographisch angelegten Bilderzählung Giandomenico Tiepolos.
Vgl. auch die Ausstellung zum Thema → C 2020
B 2019 mit Naho Kawabe und Nora Sdun: Claus Böhmler. Smart Artist. Textem Verlag, Hamburg, 122 S.
Noch kurz vor seinem Tod vollendete der multimediale Künstler und Poet Böhmler diese ungewöhnlichen, anarchischen Bildkonstellationen seines Gesamtwerks, wobei mittels QR-Codes auch die Filme und Hörwerke des Medienkünstlers präsent werden. Mit Ausstellungs- und Publikationsverzeichnis und meinem Nachwort Der Böhmler-Kosmos.
textem-verlag.de/textem/kunst/271
www.clausboehmler.de/de/
D 2019 a The Museum as a Resonating Chamber: Terry Fox and the Piano Wire. In: Terry Fox. Resonance. Hg. Dena Beard und Constance Lewallen, Ausst.-Kat. The Lab, San Francisco, Beiheft, S. 49–57
Wiederpublikation meines Essays aus The eye is not… → B 2018 a
D 2019 b „Zeige deine Note“. KP Brehmers Musik. In: KP Brehmer Kunst ≠ Propaganda. Ausst.-Kat. Neues Museum Nürnberg; Hamburger Kunsthalle; Gemeentemuseum Den Haag; Arter, Istanbul, Koenig Books London, S. 156–161, auch englische und türkische Ausgabe
www.kpbs.de
Zur Ausstellung in Hamburg fand ein Symposium statt:
www.hamburger-kunsthalle.de/sites/default/files/hk_einladung_symposium_kp_brehmer-1.pdf
D 2019 c Ein Kind in Bohldamm. Umbos Kunst der Fotoreportage. In: Umbo. Fotograf. Hg. Inka Schube, Ausst.-Kat. Sprengel Museum Hannover; Berlinische Galerie, Berlin; Stiftung Bauhaus Dessau, Snoeck Verlagsgesellschaft, Köln, S. 308–312, auch englische Ausgabe
Zu Umbos Bildreportage „The Lost Child“ (1951 in der englischen Picture Post). Umbos eindringliches Porträt des ostdeutschen Flüchtlingskindes Ingrid Rummel im britischen Notaufnahmelager von Uelzen-Bohldamm bei Hannover.
www.kulturstiftung.de/umbo-der-fotograf-als-bohemien-und-flaneur/
D 2019 d … nur so, so + Poetische Flüge. Nanne Meyer mit Jean Paul. In: Nanne Meyer: Gute Gründe. Zeichnungen 1979 – 2019. Hg. Volker Adolphs u. Nicola von Velsen, Ausst.-Kat. Kunstmuseum Bonn, Hatje Cantz Verlag, Berlin, S. 42 + S. 169, zuerst → D 2017 c + D 2013 b
nannemeyer.de
E 2019 a Vortrag: Das unendliche Bild. Kunsthochschule für Medien Köln, 15.11, anlässlich des Symposiums „Paradoxien des Finalen“.
E 2019 b Barock-DJ: Leidenschaft und Ostinato. Kunstmuseum Stuttgart, 19.10.
E 2019 c Vortrag: Geräusche im Museum. “Can You Hear Me Knocking? Internationales Symposium zum Klang in der Kunst”, Museum Folkwang, 24.3., Publikation → D 2020 c
E 2019 d Vortrag: KP Brehmers und Aby Warburgs Briefmarken. Symposium “KP Brehmer. Ideologische Kleptomanie”, Hamburger Kunsthalle, 18.5.
Die ersten Ansätze zu meinem Buch Sichtagitation Briefmarke. → A 2020 a
E 2019 e Eröffnungsrede: KP Brehmer & Freunde, Frise-, Künstlerhaus, Hamburg 3.5.
„Es gibt kaum ein Selbstbildnis von KP Brehmer. Eines hängt hier in dieser Ausstellung. Es ist eine kleine Radierung von 1971 und zeigt in einem großen leeren Umfeld im oberen Drittel ein nach links gewendetes Dreiviertelporträt des Künstlers mit Pfeife und im unteren Drittel größer und fetter die Buchstaben KP als Kürzel seines Vornamens, das gleichzeitig als Kürzel des Kürzels der seit 1958 verbotenen KPD gelesen werden kann und – wenn wir das D nach vorn verschieben – der DKP. Das „KP“ zielt noch auf weitere ideologische Unsicherheiten, betrachtet man allein die unterschiedlich ideologisierten K-Gruppen, die sich in den 1968er Jahren im Umfeld der Universitäten ausgebildet hatten und die heute im Wesentlichen allesamt verschwunden sind. Seiner Zeit wählt Brehmer das solchermaßen politisch aufgeladene Kürzel, um so mit seinem Vornamen gegen die Verbote und die Kriminalisierungen kommunistischen Denkens zu protestieren. Und überall, wo er ausstellte, schleppte er dieses Kürzel an, weil es zu seinem Namen gehörte, zu seiner Identifikation als politischer Künstler. Er lief also als ständige Protestnote durch die Gegend und wurde damit schließlich im Jahr des Selbstporträts, also 1971 Professor hier in Hamburg. Doch zurück zur Grafik. Das Porträt scheint leicht melancholisch herunterzublicken auf das „KP“, auf diese kommunistische Basis, und es ist gleichzeitig von dieser ziemlich weit entfernt, so als ob sein Denkapparat über die Basis immer wieder nachdenken müsste, vor allem wahrscheinlich über das „P“, die Partei. Die Isolierung der beiden recht kleinen Elemente schafft zudem auf dem umfassenden Weiß des Papiers einen Raum, der mit einfachsten Mittel, die Polaritäten von Denken und Tun, Individualität und Parteilichkeit, vita contemplativa und vita activa in eine offene Beziehung setzt, wobei die Leere des Raums einen Denkraum ausbildet, einen Arbeitsraum, mit dem der Betrachter sich nun in einen Dialog setzt und der vielleicht darauf hinausläuft, die eigene Haltung zu überprüfen, was übrigens für fast alle Werke Brehmers gilt, die eben keiner ideologischen Absicherung treu sind, sondern grundsätzliche Fragen stellen, die gerade auch für uns oberflächliche Kommunikationsmonster wieder zentral werden könnten.“
Aus meiner Rede
E 2019 f Vortrag zu Umbos Reportagen in Illustrierten auf dem Symposium „Umbo, eine exemplarische Bauhausbiografie?“ anlässlich der Ausstellung „UMBO, FOTOGRAF“ im Sprengel Museum Hannover, 9.2.
Mein Vorschlag, für eine Interpretation der Reportagefotografien Umbos auch das gestaltete und inhaltliche Umfeld der jeweiligen Illustriertenseiten mit zubedenken, kam bei der Fotografie-als-Kunst-Fraktion nicht gut an. Siehe auch → D 2019 c
A 2018 mit Ursula Block: Broken Music. Artists´ Recordworks. Primary Information, New York, dt./engl./frz., 280 S.
Reprint unserer Publikation von 1989 → A 1989.
primaryinformation.org/product/broken-music/
B 2018 mit Carsten Seiffarth: The eye is not the only glass that burns the mind. Terry Fox, die Schweiz und ‚anderwo’. Kunstmuseum Bern; Terry Fox Association e.V., Köln; Spector Books, Leipzig, 192 S., auch englische Ausgabe
Beiträge von Hans Peter Kuhn, Sabine Mainberger, Ron Meyers, René Pulfer, Seraina Renz, Bernd Schulz, Ulli Seegers, Carsten Seiffarth, Lisa Steib, Konrad Tobler, Käthe Walser, Max Wechsler, William Wiley. Materialien der Terry Fox-Symposien in Berlin (Akademie der Künste, November 2015) und Bern (Kunstmuseum, Mai 2017). Mit Vorwort der Herausgeber (zusammen mit Ron Meyers), meinem Symposiumsbeitrag Resonating Chambers. Terry Fox und die Klavierseite sowie Wiederabdruck des Textes Das Kaum und das Bestimmte. ‚The School of Velocity‘ von Terry Fox (→ A 2016).
recalling-terryfox.de
C 2018 a Schreiben ist Zeigen. Textbilder und –objekte aus der Edition Block, Edition Block, Berlin (24.5.– 14.7.)
mit Joseph Beuys, Barbara Bloom, John Cage, KP Brehmer, Henning Christiansen, Braco Dimitrijević, Robert Filliou, Richard Hamilton, Mona Hatoum, Ilya Kabakov, Allan Kaprow, On Kawara, Arthur Köpcke, Jarosław Kozłowski, Olav Metzel, Dan Perjovschi, Sigmar Polke, Dieter Roth, Sarkis, Endre Tót, Nasan Tur, Ben Vautier, Lawrence Weiner, Emmett Williams u.a..
Ausstellung im Rahmen des vom Haus für Poesie veranstalteten 19. Poesiefestivals Berlin.
www.editionblock.de
C 2018 b mit Annette Gilbert: Types of Typewriting. Schreibmaschinentexte seit den 1950er Jahren, Galerie oqbo, Berlin (24.5. –23.6)
mit Carl Andre, Erica Baum, Claus Bremer, Andreas Bülhoff, Carlfriedrich Claus, Natalie Czech, Lucia Dossin, Terry Fox, Ludwig Gosewitz, Bernhard Heidsieck, Åke Hodell, Jiří Kolář, Tabea Nixdorff, Cia Rinne, Dieter Roth, Tomas Schmit, Petra Schulze-Wollgast, Endre Tót, Emmett Williams, Ruth Wolf-Rehfeldt u.a.
Ausstellung im Rahmen des vom Haus für Poesie veranstalteten 19. Poesiefestivals Berlin.
„Mit der konkreten Poesie emanzipierte sich Ende der 1950er Jahre die Schreibmaschine von der funktionalen Schreibhilfe zum textbildschaffenden Medium. Auf Basis der vorhandenen Typen und Zeichen und begrenzt durch die Mechanik entstehen zunächst poetische Reduktionen in meist geometrischer Ausrichtung. In späteren Jahren werden die Textbilder und Experimente immer komponierter oder wilder bis hin zu reinen Zeichenformationen. Gleichzeitig bedienen sich Vertreter von Concept Art, Minimal Art und Fluxus des Mediums. In unseren Tagen kehrt die Schreibmaschine als Gegenentwurf zur Glätte des Computers wieder vermehrt in Literatur und Kunst zurück.“ (Ankündigung)
Rez.: Lorina Speder im Tagesspiegel,18.6.2018,
www.tagesspiegel.de/kultur/vielfalt-der-tastenkunst-3958525.html
C 2018 c Erzeichnen, Galerie Inga Kondeyne, Berlin (19.10. – 1.12.), Aufbau zusammen mit Christian Schiebe
mit Sandra Boeschenstein, Friederike Feldmann, Ulrike Grossarth, Hanna Hennenkemper, Friederike Klotz, Katharina Meldner, Christian Orendt, Peter Radelfinger, Alexander Roob, Christian Schiebe, Hanns Schimansky, Andreas Seltzer
„Einige Striche, Linien auf dem Stück Papier genügen, um einen spezifischen Wahrnehmungsraum zu eröffnen, der in sich unabgeschlossen ist. Im Erzeichnen formuliert sich die ‚denkende Hand’ (Henri Focillon, 1934). Abschweifendes, analytisches, übendes, widerständiges, unaufhörliches, abstrahierendes, reines, realistisches Denken sucht sich mit dem Stift auf dem leeren Raum einer Fläche einen Ausdruck. Das bewegt.“ (Ankündigung)
C 2018 d Beteiligung mit Textarbeiten: Arktis – Zeichnung als Expedition, Gruppenausstellung, konzipiert von Christian Schiebe, Kunstverein Neukölln, Berlin,
24.11. – 13.1.2019, Ausgangspunkt für die Ausstellung war mein Text Cold Genius. Die Arktis aus der Ferne betrachtet (in → A 1988), der als Plakat zum Mitnehmen auf dem Galerieboden gestapelt lag. Gezeigt wurde auch eine Ausstellungsfassung von auf walfang im südlichen eis → A 1984 a.
D 2018 a FREEDOM IS SOCIAL. An Interview with Michael Glasmeier. In: Henning Christiansen. Freedom is Around the Corner. Blank Forms Editions, Brooklyn, NY, S. 255–269
blankforms.org/exhibitions/henning-christiansen-freedom-is-around-the-corner
D 2018 b Augenblicke mit Kunst. Robert Lebeck auf der 4. documenta. In: Robert Lebeck. 1968. Hg. Ralf Beil und Alexander Kraus, Ausst.-Kat. Kunstmuseum Wolfsburg, Steidl, Göttingen, S. 193–197, auch englische Ausgabe
lebeck.de
D 2018 c Variation, Komposition, Glanz, Chaos. Zu einem Stillleben von Willem Claesz. Heda. In: Late Breakfast. Eine Ausstellung. Komponiert von Alexander Moosbrugger mit einem freien Kontrapunkt von Gerd de Vries, Ausst.-Kat. Künstlerhaus Palais Thurn und Taxis, Bregenz, hg. Berufsvereinigung Bildender Künstlerinnen und Künstler Vorarlbergs, Bregenz, S. 27–37
moosbrugger.info
E 2018 a Eröffnungsrede: „KP Brehmer. Kunst ≠ Propaganda“. Neues Museum. Staatliches Museum für Kunst und Design Nürnberg, 25.10.
E 2018 b Vortrag: Konstellationen. Dieter Roths literarische Anfänge. kunsthaus muerz, Mürzzuschlag, 22.9., im Rahmen des Symposiums „‘Die große Zange der Literatur‘“ zu Günter Brus und Dieter Roth, publiziert unter dem Titel Laudatio und Konstellationen. Dieter Roth 1953 und 1994 in → D 2021 b
E 2018 c Barock-DJ: Leidenschaft und Ostinato. Ein Abend mit Barockmusik, Christianskirche, Hamburg, 15.9.
E 2018 d Barock-DJ: Leidenschaft und Ostinato. Ein Abend mit Barockmusik, Kunstmuseum Ravensburg, 17.8.
B 2017 mit Annelie Lütgens: Jeanne Mammen. Rimbaud-Übertragungen. „Illuminationen“ und Fragmente. Textem Verlag, Hamburg, 126 S.
Während der Nazi-Zeit beginnt die Künstlerin und Illustratorin Mammen in ihrem Atelier im Hinterhaus des Kurfürstendamms nicht nur abstrakt zu malen, sondern auch die Gedichte Rimbauds zu übersetzen. Der Band versammelt sämtliche Übersetzungen, auch die fragmentiert überlieferten und natürlich die der „Illuminations“, die 1967 in der Insel-Bücherei erschienen. Mit editorischen Anmerkungen der Herausgeber und meinem Nachwort Was kann das Holz dafür, wenn es zur Geige wird.
textem-verlag.de/textem/literatur/344
D 2017 a Loopmaschinisten. Nam June Paik, Bruce Nauman, Rodney Graham. In: Never Ending Stories. Der Loop in Kunst, Film, Architektur, Musik, Literatur und Kulturgeschichte. Hg. Ralf Beil, Ausst.-Kat. Kunstmuseum Wolfsburg, Verlag Hatje Cantz, Berlin, S. 240–243, auch englische Ausgabe
D 2017 b Von unten. In: Skulptur Projekte Münster 2017. Hg. Kasper König u.a., Ausst.-Kat. Spector Books, Leipzig 2017, dt./eng., S. 265–268
Die Witzzeichnungen von Samuel Nyholm.
D 2017 c … nur so, so. In: Nanne Meyer. Ausst.-Kat. Little Kriminals, Berlin, unpag., neu → D 2019 d
Zu den Wortzeichnungen der Künstlerin.
D 2017 d Monteverdis Nachtigall. Skizze zur Kontrafaktur. In: Ulrich Eller, Christoph Metzger (Hg.): Abstract Music. Sound, Art, Media & Architecture. Kehrer Verlag, Heidelberg, Berlin, S. 235–246
D 2017 e Die Sammlung Opitz-Hoffmann in Jena. Zu den Künstlerbüchern. In: 26. Jahresschrift für Künstlerbücher und Handpressendrucke 2017. Edition Lebensretter, Leipzig, S. 40–54
E 2017 a Vortrag zum Erscheinen der ersten Monographie über KP Brehmer: „Real Capital-Production“, Edition Block, Berlin 16.12.
E 2017 b Barock-DJ: Leidenschaft und Ostinato. Ein Abend mit Barockmusik, Christianskirche, Hamburg, 16.9.
E 2017 c Barock-DJ: Leidenschaft und Ostinato. Ein Abend mit Barockmusik. Kunsthalle Mainz, 2.9.
E 2017 d Vortrag: Protestantische Schriftaltäre und zeitgenössische Kunst. Haus der Wissenschaft, Bremen, 16.5.
E 2017 e Symposiumskonzeption mit Valerian Maly und Vortrag: The Eye’s Not The Only Glass That Burns The Mind, anlässlich der Ausstellung „Terry Fox. Elemental Gestures“, Kunstmuseum Bern, 5./6.5. Beiträge von Marita Loosen-Fox, Max Wechsler, Seraina Renz, Valerian Maly, Konrad Tobler, Bernhard Echte, Lisa Steib, René Pulfer, Käthe Walser, Peter Schneemann, Yvonne Schweizer und mir (Resonanzorte / Subversionszeiten). Die Mehrzahl der Vorträge würde publiziert → B 2018
E 2017 f Eröffnungsrede zur Ausstellung „AM ANFANG WAR DAS WORT AM. 4 Positionen. Via Lewandowsky, Nanne Meyer, Timm Ulrichs, Ruth Wolf-Rehfeldt“, Galerie im Kunsthaus der Achim Freyer Stiftung, Berlin, 9.4.